Coaching-Wanderung 2018

Coachingwandern mit zwei erfahrenen Coaches im Duvenstedter Brook am Samstag 6. Oktober 2018
Mit meiner Kollegin Katja Rietdorf http://rieview.de biete ich im Oktober eine Möglichkeit des Selbstmanagements in der Natur. Sie haben die Gelegenheit sich mit einer Frage, Wunsch oder Sehnsucht zu beschäftigen und die ersten Schritte damit zugehen. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung, um weitere Informationen zu erhalten: Kontakt Coachingwandern

Es war eine tolle Gruppe, ein schöner Tag und die Coaching-Wanderer haben viel mitgenommen. Hier ein paar Eindrücke:

Achtsam mit der Achtsamkeit

Achtsam mit der Achtsamkeit

„Achtsamkeit“, ein inzwischen populärer Modebegriff. Überall hört, spricht und liest man von „Achtsamkeit“. Achtsamkeit in Unternehmen, Achtsamkeitstraining (u.a. MBSR), Achtsamkeitsübungen, Achtsamkeitsmeditation, Aussagen wie „sei achtsam“, „Entdecke die Achtsamkeit“, „Achtsamkeit schützt vor Burnout“, …. Bei so viel Achtsamkeit wird mir fast schwindelig. Seit vielen vielen Jahren meditiere ich und natürlich ist die Achtsamkeit bei der Meditation eine wichtige Fähigkeit. Eine Fähigkeit, die erlernbar ist und, außer Frage, unerlässlich ist, wenn wir ein zutiefst zufriedenes Leben führen wollen. Dennoch ist sie nur eine Brücke zum Eigentlichen: zum Bewusstsein. Eine Brücke, die zur inneren Haltung wird und dadurch in den Alltag getragen wird. Weiterlesen

Warum Ihre Ziele vom Jahresbeginn auch heute noch erfolgreich sein können

Warum Ihre Ziele vom Jahresbeginn auch heute noch erfolgreich sein können

Zu Beginn des Jahres nehmen wir uns oft Neues vor, versprechen uns selbst etwas oder wollen gleich unser ganzes Leben umkrempeln. Trotzdem die Energien des Neuanfangs unterstützend durch den Jahresbeginn da sind, misslingt die Veränderung oft. Woran liegt das?

Meist wollen wir zu viel auf einmal und die Vorhaben sind zu groß. Vielleicht sind die Ziele auch nicht klar, wohlgeformt sowie konkret formuliert; oder Stolpersteine werden im Vorwege nicht beäugt. Manchmal fehlt auch die Disziplin oder das Leid ist noch nicht groß genug, um tatsächlich etwas verändern zu wollen… Wir Menschen bewegen uns gerne erst aus der Komfortzone, wenn wirklich nichts anderes mehr geht. Selbst, wenn wir wissen, dass uns das, wo wir hin wollen, viel besser täte. Darum möchte ich heute gerne die Punkte mit dem klaren Ziel und den Stolpersteinen aufgreifen und ihnen erklären, wie sie eine Situation so verändern und ein Ziel so formulieren, dass sie es auch erreichen:

1. Schritt: Meine Erfahrung als Coach ist, dass die Mehrheit der Menschen sofort sagen kann, was sie nicht wollen; die wenigsten sofort sagen können, was sie wollen. Darum schreiben sie zunächst listenartig auf, was sie nicht mehr wollen. Beispiel: ich will nicht mehr rauchen, ich will nicht mehr so viel Fernsehen gucken, ich will nicht mehr so viel essen, ich will nicht mehr so viel auf dem Sofa sitzen. Ist Ihre Liste vollständig, wandeln sie alle Negationen ins Positive: was möchte ich stattdessen? Ich möchte aufhören zu rauchen und mehr Sport treiben etc.

Warum ist die Wandlung ins Positive so wichtig?
Unser Gehirn hinterlegt jeden Gedanken mit Bildern. Diese Bilder werden an unser Unterbewusstsein gesendet. Unser Unterbewusstsein ist unser größter Helfer und macht alles, was wir ihm sagen (als Auftrag per Bilder schicken). Das Unterbewusstsein hilft uns, dass wir genau das erreichen, was wir an Bildern produzieren.
Beweis: Nun gibt es das berühmte Beispiel: denken sie nicht an eine schwarze Katze….was haben sie sofort vor ihrem inneren Auge? Eine schwarze Katze! Darum wandeln sie es: was stattdessen? Weiße Katze! Und schon haben sie die weiße Katze vor Ihrem inneren Auge. Darum seien sie achtsam mit dem, was sie denken oder besser für Bilder aufbauen, holen sie sich das ins Bewusstsein. Das ist z.B. auch das Fatale an Ängsten: immer, wenn sie vor einer Angst weglaufen, laufen sie drauf zu, da sie genau das Bild der Angst aufbauen und als klare Botschaft an Ihr Unterbewusstsein schicken.

2. Schritt: Bringen sie Ihr positiv formuliertes Ziel in die Gegenwartsform oder auch vollendete Vergangenheit und versehen es mit einem konkreten Datum, welches in der Zukunft liegt: „Am 1.7.2017 habe ich aufgehört zu rauchen und mache mehr Sport.“

3. Schritt: Haben sie den Mut konkret zu sein und nehmen Vergleiche wie besser, mehr, öfter,… raus. Was heißt „mehr“ konkret?
Halten wir es uns offen, ist es für uns nicht messbar und uns fehlt die konkrete Anleitung, dadurch verschwimmt es. Was heißt z.B. besser? Besser muss nicht gut heißen… Wenn ich möchte, dass es mir gut geht, dann sage ich es auch. Besser heißt nicht, dass es mir gut geht… Oft wollen wir uns auch ein Hintertürchen offen halten, um ein Scheitern zu vermeiden. Leider ist es meist so, dass wir genau das damit erreichen – denken sie bitte daran, was ich vorher mit den Gedanken und Bildern gesagt habe. Was genau heißt nun mehr Sport? 5 Minuten länger, 1x pro Woche mehr, eine Übung mehr, etc.?
Als Ziel formuliert könnte es so lauten:
„Am 1.7.2017 habe ich aufgehört zu rauchen und mache drei mal die Woche für eine Stunde Sport.“

4. Schritt: Idealerweise kommen sogar die Wochentage noch dazu: „Am 1.7.2017 habe ich aufgehört zu rauchen und mache am Montag, Mittwoch und Samstag Abend für eine Stunde Sport.“
Je konkreter, je größer ist die Chance, dass sie das Ziel tatsächlich erreichen. Können sie an einem der geplanten Tage nicht, suchen sie automatisch nach einer Alternative. Sind sie unkonkret, ist es wie auf hoher See zu schwimmen und nicht zu wissen, wo das Land ist…in welche Richtung sie schwimmen müssen. Wissen sie es, können sie auch jederzeit Umwege nehmen, jedoch kommen sie immer wieder auf den richtigen Weg. Zudem ist ihr Ziel dann messbar und so können sie jederzeit eine Kurskorrektur vornehmen und sich über den Erfolg des Erreichens freuen.

5. Schritt: Das Freuen spiegelt einen weiteren entscheidenden Punkt der Zielformulierung wieder. Das, was uns motiviert, sind Gefühle. Selbst ein Topmanager macht seinen Job um sich gut zu fühlen. Wir verlassen unsere Komfortzone auch nur, wenn wir die richtige Motivation haben. Also, welches Gefühl motiviert sie am meisten? Beispiel: „Heute am 1.4.2017 bin ich stolz auf mich. Ich habe aufgehört zu rauchen und mache am Montag, Mittwoch und Samstag Abend für eine Stunde Sport.“
Übrigens ist jeder Art von Bewegung effektiver, wenn es regelmäßig gemacht wird. Sprich, jeden Tag eine halbe Stunde ist effektiver als 3 x 1 Stunde. „Heute am….“ unterstützt sie in das tatsächliche Zielgefühl zu gehen, da sie quasi schon da sind, genau wie die Gegenwartsform – ihr Unterbewusstsein glaubt, sie sind schon angekommen und macht alles, um sie genau das erleben zu lassen.

Wohlgeformtheitskriterien auf einen Blick:

• positiv formuliert
• Gegenwartsform
• ohne Vergleiche
• ohne Negationen
• messbar
• mit konkretem Datum
• Gefühle reinbringen

6. Schritt: Visualisieren Sie das Ziel nach der Ausformulierung. Suchen sie nach Bildern, die all das widerspiegeln, was in ihrem Ziel zu finden ist: wie sieht Stolz für sie aus? Gibt es ein Bild, wo jemand stolz drauf ist? Gibt es ein Symbol? Blättern sie ihre Lieblingsmagazine durch oder schauen sie bei google Bilder, da werden sie fündig. Machen sie eine Kollage, zeichnen sie oder vielleicht finden sie auch ein Bild, was alles verkörpert, was in ihrem Ziel zu finden ist; ihrer Kreativität sind keinerlei Grenzen gesetzt.

7. Schritt: Dieses Zielbild ist weit wichtiger als das ausformulierte Ziel. Hängen sie es sich auf und/ oder nehmen sie es als Bildschirmschoner auf ihr Handy, so haben sie es immer vor Augen. Es ist wie ein Anker auf hoher See, sie können nicht abtreiben.

Wie sie mit eventuellen Stolpersteinen umgehen können, die Fortsetzung der Zielerreichung. kommt in Kürze. Hiermit haben sie erst einmal viel zu tun und können gleich loslegen. Bei Fragen melden sie sich gerne.

Viel Spaß und Freude,
Ihre Susanne Willke

Das Wunder(heil)mittel

Das Wunder(heil)mittel Atem – Meditation

Tägliches Stillsitzen stellt für viele Menschen eine sehr große Herausforderung dar. Selbst, wenn es nur 10 Minuten am Tag sind. Wir wollen Zeit für uns, doch gönnen wir uns diese nicht. Es gibt viel zu erledigen und zu erleben, da bleibt kaum Zeit für Ruhe, Regeneration und eine echte Begegnung mit uns selbst.

Wollen wir tatsächlich glücklich und zufrieden sein, ist die Meditation ein wunderbarer Weg. Wir richten uns nach Innen, entwickeln Bewusstsein, Gleichmut sowie Achtsamkeit und begegnen uns selbst. Meditation sind Auszeiten vom Alltag, in denen wir uns (ein-) sammeln. Mit Ihrem Auto machen Sie auch Rast und fahren tanken, um dem Auto Energie zum Weiterfahren zu geben. Umso wichtiger, dass wir die Meditation als unsere Tankstelle nutzen, um uns mit Energie zu versorgen. Das wird sich auf Ihr gesamtes Sein und Wirken positiv aus. Welche positiven Begleiterscheinungen das genau sind, schreibe ich in einem separaten Artikel.

Im Laufe des Tages nimmt unsere Motivationskurve ab, am Morgen ist sie am Größten. Darum meditieren Sie idealer weise täglich direkt nach dem Aufstehen – vor allem anderen, sonst geht Ihre Absicht schnell verloren und Ihr Vorhaben misslingt. Das kann frustrieren und somit ist das Gegenteil erreicht: statt zur inneren Ruhe zu finden, bei sich anzukommen, sind Sie unruhig und unzufrieden.

Starten Sie mit der 12 – Minuten – Meditation. 15 Minuten früher als gewohnt aufzustehen ist machbar, selbst für Nacht-Eulen oder Langschläfer. Dennoch ist Ihre Disziplin gefordert, da die Versuchung den Wecker einfach weiter zu stellen groß ist… Trainieren Sie sich um. Dafür brauchen Sie etwa einen Monat, danach ist es leichter- versprochen. Nach kürzester Zeit benötigen Sie auch weniger Schlaf, da Meditation erholsamer und regenerativer als Schlaf ist.

Meditieren Sie lieber kurz doch dafür täglich. Regelmäßigkeit ist wirkungsvoller und einfacher als sich z.B. 2x pro Woche 1 Stunde zum Meditieren zu bewegen. Es unterstützt Sie Ihre Disziplin und Entschlossenheit aufrechtzuerhalten. Die Kontinuität des täglichen Meditierens bringt Schritt für Schritt den ruhigen Geist, die innere Zufriedenheit und erfüllt die Sehnsucht nach Ruhe und Gelassenheit.

Binden Sie die Meditation in Ihr Morgenritual ein – z.B. aufstehen, lüften, dann meditieren während der Kaffee durchläuft oder Ihr Tee auf Sie wartet. Suchen Sie sich einen angenehmen Platz für Ihre Meditation, der auch von außen Ruhe bietet und wenig Störgeräusche hat. Einen Platz, an dem Sie sich dauerhaft wohlfühlen. Ein fester, statt täglich wechselnder Platz, sowohl räumlich als auch im Tagesablauf.

Je nach körperlichem Wohlbefinden setzen Sie sich auf ein Kissen, Meditationsbank oder Stuhl. Meditieren Sie auf jeden Fall im Sitzen mit aufrechter Wirbelsäule, im liegen besteht die Gefahr des Einschlafens. Liegen ist Ruhen und Dösen, Sitzen ist Meditieren und der Geist ist wach. Eine Decke um die Schultern hält Sie warm und gibt Ihnen ein schützendes Gefühl. 

Wichtig: Sitzen Sie aufrecht – mit gerader Wirbelsäule, aufrechtem Kopf und mit leicht gesenktem Kinn. Richten Sie sich einfach immer wieder von innen auf, da das gerade sitzen zu Beginn eine Herausforderung sein kann. Sitzen Sie in einem Stuhl oder Sessel, bitte beide Füße fest auf den Boden und die Beine natürlich breit auseinander. Die Hände einfach leicht auf die Oberschenkel legen. Schenken Sie sich ein inneres Lächeln und schließen Sie die Augen sanft. Sie können auch einen festen Punkt fixieren.

Heute gebe ich Ihnen eine Anleitung der Atemmeditation. Sie ist ein guter Weg um in die Meditation zu starten und einen aufgeregten Geist zu beruhigen. Erweitern Sie später Ihre Mediationstechnik und Ihr Geist ist sehr aufgeregt, kehren Sie jederzeit zur Atemmeditation zurück. Tatsächlich können Sie auch im Alltag diese Technik zum Sammeln und Ent-stressen nutzen, selbst, wenn es nur 3 Minuten zwischendurch sind. Zu lernen, wie Sie Ihren Geist beruhigen, macht das Leben leicht und angenehm.

Es gibt diverse App´s mit sanften Klingeltönen, die Sie auf 12 Minuten einstellen können. Beobachten Sie den Atem in Ihren Nasengängen. Beobachten Sie, wie er auf natürlichem Wege ein und aus fließt. Spüren Sie einfach nur Ihren Atem – ein und aus…..ein – aus……ein – aus,…

Irgendwann, frühestens nach 21 Tagen verkleinern Sie den Bereich der Aufmerksamkeit: beobachten Sie Ihren Atem wie er den Rand Ihrer Nüstern streift und ein und aus fließt, ein – aus….. ein und aus…… ein – aus,…
Egal, ob Sie gerade Ihren Einkaufszettel durchgehen, an Vergangenes oder Zukünftiges denken, kehren Sie immer wieder zurück zu Ihrem Atem. Ihr Geist wird immer wieder abschweifen und Ihren Gedanken folgen. Wundern Sie sich nicht, das ist vollkommen normal. Holen Sie Ihren Geist immer wieder sanft aber bestimmt zurück und konzentrieren Sie sich auf Ihre gewählte Meditationstechnik.
Gedanken, Gefühle und körperliches Empfinden machen Ihren Geist unruhig. Ebenso können Zweifel aufkommen. Lassen Sie einfach alles so wie es ist, ohne Bewertung, Abwertung oder Verurteilung und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Technik. Es geht bei der Meditation genau darum Gefühle, Gedanken und körperliches Empfinden einfach sein zu lassen und im Hintergrund laufen zu lassen- einfach beobachten. Egal ob es sich angenehm oder unangenehm anfühlt, alles ist gleichwertig und darf sein. Der Fokus bleibt bei der Mediationstechnik.

Haben Sie 3 Monate kontinuierlich meditiert, verkleinern Sie noch einmal den Bereich der Aufmerksamkeit: fokussieren Sie jetzt nur noch das kleine Dreieck, kurz oberhalb Ihrer Lippe. Spüren und beobachten Sie, wie dort Ihr Atem dieses kleine Dreieck streift.

Haben Sie bemerkt, welchen Benefit die Meditation für Sie hat, erweitern Sie gerne die Zeit und setzen Sie sich auch abends vor dem zu Bett gehen still hin. Damit beruhigen Sie Ihre Gedanken und inneren Stimmen vor dem Schlaf.

Wachen Sie nachts auf oder können Sie nicht einschlafen, ist die Mediation ebenfalls eine heilsame wirkungsvolle Methode. In diesen beiden Situationen dürfen Sie tatsächlich auch liegen bleiben und Ihren Körper ausruhen.

Bei Fragen setzen Sie sich gerne mit mir in Verbindung.
Viel Freude!

Die fleißige Ameise

Die fleißige Ameise

Jeden Morgen kam die fleißige Ameise fröhlich zur Arbeit. Sie liebte ihre Arbeit. Hier verbrachte sie die meiste Zeit des Tages schwer arbeitend, immer ein Liedchen summend. Sie arbeitete fleißig vor sich hin. 

Der Generaldirektor, ein dicker fetter Käfer, stellte fest, dass es niemanden gab, der die Ameise beaufsichtigte. So konnte es nicht weitergehen! Er schuf einen Supervisor Posten und stellte einen Mistkäfer mit viel Erfahrung ein. 

Die erste Sorge des Mistkäfers war, die Arbeitszeit zu standardisieren. Er erstellte hierzu verschiedene Reports. Bald darauf benötigte der Mistkäfer eine Sekretärin, die diese Reports vorbereitete. Man stellte eine Spinne ein, die ein Archiv einrichtete und Telefonanrufe entgegennahm. 

Und in der ganzen Zeit, arbeitete die Ameise froh und munter weiter, denn ihre Arbeit gefiel ihr und von Zeit zu Zeit summte sie ein Liedchen. 


Der Generaldirektor war begeistert von der Arbeit des Mistkäfers, und fragte ihn nach grafischen Darstellungen und Zukunftsanalysen. So wurde es nötig, eine Fliege einzustellen als Helfer für den Supervisor. Sie kauften der Fliege ein Laptop, mit dem sie die Reports schön bunt gestalten konnte. 

Die fleißige Ameise summte schon bald kein Liedchen mehr, beschwerte sich, dass sie so viel Schreibkram auszufüllen hatte, anstatt zu arbeiten. 

Daraufhin beschloss der Generaldirektor, dass ein Administrator für die Abteilung, in der die Ameise arbeitete, her musste. Diese verantwortungsvolle Aufgabe wurde der Heuschrecke übertragen, die als erstes verlangte, dass man ihr einen speziellen Sessel kaufen solle. Natürlich brauchte sie auch ein Auto, einen Laptop und einen Zugang zum Intranet. Und selbstverständlich brauchte sie auch einen persönlichen Assistenten, die Kröte, die schon an ihrem alten Arbeitsplatz als Sekretärin für die Heuschrecke gearbeitet hatte.


Die Ameise sang nicht mehr. Sie wurde immer unruhiger und nervöser. 

„Wir müssen ein Gremium beauftragen, Daten für eine Studie über die arbeitende Gesellschaftsschicht zusammenzutragen und einen Bericht zu verfassen.“ Gesagt, getan. Die ausgesuchten Spezialisten machten sich gegen ein beträchtliches Entgelt sogleich monatelang an die Arbeit. 

In der Zwischenzeit, stellte der Generaldirektor fest, dass die Abteilung, in der die fleißige Ameise munter vor sich hin arbeitete, nicht mehr den gleichen Profit wie früher erwirtschaftete. Er wandte sich an die Eule, eine Expertin in Sachen Betriebswirtschaft, die Tausende von Euro bekam. Sie sollte analysieren und diagnostizieren, was zu tun sei. Die Eule wirbelte drei Monate in allen Büros der Firma herum. Dann legte sie einen Abschlussbericht vor, der besagte: „Sie haben zu viel Personal, es sollten Stellen abgebaut werden.“ 

Dem Expertenbericht der Eule folgend, entließ der Generaldirektor die Ameise, die immer so fleißig arbeitete und ihre Arbeit liebte.

Die Kraft und Macht der Gedanken

Die Kraft und Macht der GEDANKEN

Vor ein Paar Wochen kam mir plötzlich ein ehemaliger sehr guter Freund in den Sinn. Einfach so, wie einem manchmal alte Freunde einfach so in den Sinn kommen. In diesem Moment merkte ich erst, wie sehr ich diesen Menschen all die Jahre des nicht Sehens an meiner Seite vermisste. Peter spielte viele Jahre eine wichtige Rolle in meinem Leben. Ich wollte gerne wissen wie es ihm geht. Ich beschloss ihn zu suchen.

Das letzte Mal sah ich ihn auf meinem Abschiedsessen 1997 bevor ich nach Südafrika auswanderte (zu diesem Erlebnis und Erfahrung mehr in der Folgegeschichte). Als Kinder wuchsen wir in Nachbardörfern auf. Ich wusste, dass sein Vater vor einiger Zeit verstorben war, das Haus seiner Mutter inzwischen verkauft wurde und ich auch sonst keine Ahnung hatte, wie und wo ich ihn finden konnte.

Google, Xing und Facebook gaben mir keinerlei Aufschluss. Er konnte heute überall auf der Welt als Ingenieur tätig sein… Ich wusste nicht, was ich noch tun sollte um ihn zu finden und erzählte mehreren Freundinnen von meiner Suche. Doch all das brachte ihn nicht zu mir… oder am Ende doch?

Nach etwa vier Wochen intensivstem Suchen fuhr ich mit meinem Fahrrad zu einem Termin. Und plötzlich sah ich ihn auf der Strasse. Nach einer Sekunde, in der ich unsicher wurde, ob er es auch wirklich war, immerhin waren 15 Jahre vergangen, gab ich mir einen Ruck und fragte ihn: “Peter? Du bist doch Peter Mühmann, oder?” Er drehte sich irritiert um: “Susanne?!”

Dieses wunderbare persönliche Erlebnis zeigt mir, wie viel Kraft unsere Gedanken haben. Ich habe so viel Energie und Aufmerksamkeit auf die Begegnung mit Peter gelegt, dass sie am Ende da war. Mir wurde wieder einmal bewusst, wie wichtig es ist, die Gedanken genauestens zu prüfen. Denn in die Richtung in die ich denke, geht es auch.

Wir sind das, was wir denken

Wir SIND das, was wir DENKEN

Bei einer meiner Heilerreisen nach Israel besuchte ich Qumran. Das ist ein besonderer Ort direkt am Toten Meer, wo zu vorchristlicher Zeit die Essener lebten. Die Essener waren ein hoch entwickeltes Volk. Als die Essener von den Römern angegriffen wurden, versteckten sie für Sie wertvollen Schriftrollen in den umliegenden Felsen. 1947 fand ein Hirtenjunge die erste Schriftrolle in einer der Höhle.

Der Inhalt der ersten Schriftrolle berührte mich sehr. Seitdem erinnere ich mich jeden Tag an die besondere Energie, die hinter den Worten steht. Läuft ein Tag mal nicht so, wie ich es mir wünsche, mache ich mir das Bild meines Gartens bewusst und fange an, ihn neu zu gestalten:

“Mein Herz ist ein Garten, genannt Eden. Mein Garten ist fruchtbar und schöpferisch. Die Samen die in meinen Garten fallen, brauchen nur geringe Förderung, um zu blühen. Wie der Urgarten Eden kann er ein Segen oder ein Fluch sein. Ein ungepflegter Garten wird zu einem Dschungel, und kein Garten bringt mehr Wachstum hervor als der Garten meines Herzens und meines Gemütes.
Wenn Unkraut und Disteln gepflanzt werden, so sind sie es, die wachsen. Sie werden die Blumen meines Herzens, die Lebensfreude, ersticken und verderben.
Der Meister hat gesagt: “Wie der Mensch in seinem innersten Herzen denkt, so ist er.” Was ich in meinem Garten gepflanzt habe, ist, was ich bin, oder besser gesagt, ist, was ich glaube zu sein, und alles, was ich je in meinem Leben erfahren werde, ist, was ich im Garten meines Herzens pflanze.
Wenn ich Samen des Schmerzes und der Zurücksetzung säe, so pflanze ich in meinen Garten die Überzeugung, ungeliebt zu sein, pflanze Dornen des Schmerzes und der Benachteiligung, Selbstmitleid wird die Erfahrung meines Lebens sein.

Ich bin ein Gärtner. Mein Herz ist mein Garten. Man nennt es auch das Unbewusste oder das Unterbewusste. Ob Herz oder Gemüt mein Garten ist der Ort, wo ich Worte, Gedanken Überzeugungen und Ideen gepflanzt habe. Diese Samen sind lange gepflegt worden und haben als Früchte die Art und Weise erzeugt, wie ich die Welt sehe und erfahre.

Ich bin ein Gärtner und ein Denker. Meine Gedanken kommen aus meinem Garten, und meine Worte und Gedanken säen wiederum die Blumen oder das Unkraut.
Wie jedermann spreche auch ich zu mir selbst. Meine Gedankenwelt ist jeden wachen Augenblick tätig und mein Sinn ist voller Worte, Gedanken und Meinungen. Die Worte und Gedanken, die Meinungen und Überzeugungen sind Erzeugnisse meines Gartens, und sie sind wiederum Samen und Dünger für meinen Garten, so dass die Pflanzen, die darin wachsen, seien sie gut oder schlecht, jeden Tag stärker werden, tiefere Wurzeln schlagen und immer überzeugender wirken.

Mein Sinn ist voller Überzeugungen, Gewohnheiten und Beschreibungen. Wenn ich in einem Gesicht einen Ausdruck sehe, neige ich dazu zu sagen: “Das bedeutet…”, und wenn meine Interpretation für mich vorteilhaft zu sein scheint, reagiere ich mit einem Aufleuchten von Befriedigung und beglückwünsche mich. Sagt meine Interpretation aber, der Gesichtsausdruck sei unfreundlich gewesen und bedeute Ablehnung und Missbilligung, so lasse ich in mir ein Gefühl des Verletzt seins hochkommen und tadle die Person, deren Gesichtsausdruck ich interpretiert habe.

Ich war mir bis jetzt nicht bewusst, dass das Muster für meine Interpretation in meinem eigenen Garten gewachsen ist. Ich war mir nicht gewahr, dass Vertrauen und Selbstwertgefühl, das Wissen, dass ich goldrichtig bin und geliebt werde, Blumen aus meinem eigenen Garten sind.
Von heute an beginne ich ein neues Leben. Ich pflanze einen neuen Garten und ernte neue Gedanken und Überzeugungen.

Ich bin verantwortlich für die Gedanken, die ich hege. Ich bin überzeugt, dass ich zu mir selber spreche, wie ich das ja auch immer schon getan habe.
Ich bin der Meistergärtner meines Lebens. Ich kann nunmehr die Verantwortung für das übernehmen, was ich zu mir selber sage. Ich bin verantwortlich für meine Überzeugungen. Wie ich mich jeden Tag fühle, wird das Resultat dessen sein, was ich zu mir selber sage und was ich immer wieder zu mir gesagt habe.
Wenn ich es sehr schwierig finde, wunderbare und liebevolle Urteile über mich selbst zu mir zu sagen, so kommt das daher, dass diese einsam stehende kleine Blume des Selbstwertes, die ich heute pflanze, von den Tausenden, ja Millionen Unkräutern, die ich gepflanzt und genährt habe, fast erstickt wird.
Heute pflanze ich einen neuen Garten. Es ist ein Garten der Freude und neuen Lebens. Die Erzeugnisse meines Gartens werden Gesundheit, Wohlstand und Güte sein. Mein neuer Garten wird mich ernähren mit vielfältigen, bedeutungsvollen Freundschaften. Frohsinn und Zufriedenheit werden im Garten meines Herzen reifen.

Wucherndes Unkraut ist in meinem Garten, weil ich immer wieder an Mangel und Einschränkungen gedacht habe. Samen werden gesät durch Wiederholung. Es bildet sich ein Gedankenmuster, und das Unkraut wird bewässert und genährt, so oft ich mit Zurücksetzung, Demütigung, Zorn, Groll oder Eifersucht reagiere.

Auch mein neuer Garten wächst durch Wiederholung. Neue Gedanken bauen sich auf zu neuen Denkmustern, und freudige, kräftigende, nährende Gedanken werden zu verwurzelter Gewohnheit. Mein neuer Garten wird mein neues Leben, meine neuen Sitten und eine neue Weise, mich selbst zu sehen.”

Freude im Herzen

FREUDE im HERZEN

Heute möchte ich eine schöne Geschichte erzählen, die ich vor einiger Zeit gehört haben und jeden untersützen kann, auf spielerischem und leichtem Weg sein Leben zu erleichtern und voller Freude im Herzen zu sein:

Es war einmal ein alter Mann, der sich bester Gesundheit erfreute und wie ein Jungbrunnen strahlte. Als der alte Mann gefragt wurde, warum er sich einer besten Gesundheit erfreue, er so zufrieden und fröhlich sei, berichtete er nach kurzem Zögern von einer alten Gewohnheit.

Er verließ sein Haus nie, ohne eine Handvoll Kaffeebohnen in seine Tasche zu stecken. Das tat er nicht etwa, um sie zu kauen, sondern um die schönen Momente des Tages bewusster wahrzunehmen und sie besser zählen zu können.
Für jede noch so kleine Situation, die ihn erfreute, ließ er eine Bohne von der rechten in die linke Tasche wandern. Das waren zum Beispiel:

Ein freundliches `Guten Morgen´ von der unbekannten Sitznachbarin im Zug. Die spannende Diskussion mit seinem Neffen über den Sinn der Hausaufgaben. Ein besonders schön gelungenes Stück seiner Schreinerarbeiten. Das herzhafte Lachen seiner Frau. Der Schattenplatz in der Mittagshitze … Er wurde immer großzügiger mit dem Werten von Situationen. Überall entdeckte er etwas Schönes und Gutes.

Dann legte er jeden Abend die Bohnen seiner linken Tasche vor sich hin und zählte sie. Er führte sich dabei jede einzelne Situation noch einmal vor sein inneres Auge, freute sich, genoss sie ausführlich und nahm sie tief in sich auf. Zum Schluss meinte er: Diese unzähligen Freuden hätten ihm Kraft gegeben, auch all die schwierigen und schweren Stunden seines Lebens durchzustehen, daraus zu lernen – und sie dann loszulassen.

Er sagte: „Wenn ich Menschen zuhöre, die einander berichten, was ihnen von anderen Gutes widerfahren ist, worüber sie sich freuen konnten, dann spüre ich die Leichtigkeit und Freiheit, die diese Menschen verbreiten. Ich kann mich ihrer Freude nicht entziehen und lasse mich gerne anstecken. Und – ich entdecke in meinem Alltag stets mehr Gelegenheiten, über die ich mich von Herzen freue.“
(Autor: Roman Angst; Quelle: Brunnen Verlag)

Komfortzone- Mut zur Veränderung

KOMFORTzone- Mut zur Veränderung

Wolltest du schon mal etwas bewusst in deinem Leben verändern?
Doch dann hast du festgestellt, sich zu ändern ist schwierig. Warum ist es so schwierig?
Ganz einfach: Weil es komfortabel ist, sich nicht zu ändern. Alte Gewohnheiten und Verhaltensmuster liegen in unserer Komfortzone. Komfortzone heißt, wir müssen nicht darüber nachdenken, sondern wir handeln, denken und leben ganz automatisch unser Prägung entsprechend, ganz unbewusst.

Nun möchten wir ein bestimmtes Verhaltensmuster verändern und wünschen uns stattdessen etwas anderes. Das gewünschte neue Verhalten liegt nun aber außerhalb unserer Komfortzone. Wie schaffen wir es, die Grenzen der Komfortzone dauerhaft zu überwinden und an Persönlichkeit dazu zu gewinnen?

Um die Grenze der Komfortzone zu überwinden braucht es Mut und Entschlossenheit. Mut, weil das Unbekannte auch Angst machen kann- beim Gewohnten wissen wir, was wir haben. Selbst, wenn wir in unserer Komfortzone leiden, gibt uns das altbekannte Leiden oft Sicherheit, ist uns vertraut und wir müssen keine SELBST-Verantwortung übernehmen.

Entschlossenheit, eben weil es zunächst unbequem sein kann. Das ein oder andere Mal kann es den Anschein machen, dass wir Rückschritte machen, es nicht vorwärts geht, es einfach keinen Sinn macht, das Ersehnte auf sich warten lässt. Zudem ist es auch anstrengend… und in dem Bereich unserer Komfortzone fühlen wir uns ja doch irgendwie ganz wohl…

Möchtest du etwas ändern? Möchtest du deine Sehnsüchte leben? Möchtest du dir deine Wünsche erfüllen? Dann bleibt dir nichts anders übrig, als deine Komfortzone zu verlassen, denn all das liegt ausserhalb. Stelle dir die Komfortzone wie einen Kreis um dich herum vor. Alles was ausserhalb des Kreises liegt, liegt auch ausserhalb deiner Komfortzone und lebst du nicht automatisch sondern brauch tviel Bewusstsein. Das heißt, um neue und aufregende Dinge zu erfahren, überwinde die Grenze der Komfortzone- es ist „nur“ ein Schritt ins unbekannte Land. Schaffst du es, wächst du als Persönlichkeit.

Entscheidest du dich als Persönlichkeit wachsen zu wollen indem du in die Handlung gehst, ist es unterstützend, sich zuvor zu überlegen, wie genau das Neue für dich aussieht und sich anfühlt. Kreiere dir ein konkretes Ziel. Es braucht die richtige Motivation, die Grenze zu überwinden, darum schaffe dir eine Motivation durch ein Zielbild, was das Ziel widerspiegelt. Das Zielbild ruft Attraktivität in dir hervor. Du schaust das Bild an und sagst: “Ja, genau da möchte ich hin.” Dann überlege, was die besten Strategien sind, um das Neue Schritt für Schritt zu erreichen. Das wird dir helfen, auf dem Weg zu bleiben, auch wenn es erst einmal unbequem ist.

Was ist dein Lohn für das zunächst Unbequeme? Mit dem Aufbruch in die neue unbekannte Welt bereicherst du deine Persönlichkeit und erweiterst deine Handulungskompetenz. Du sammelst neue Erfahrungen die dich wachsen lassen und dir die Erfüllung deiner Sehnsüchte näher bringen. Habe den Mut glücklich zu sein!

Die Papageiin und der Affe

Die Papageiin und der Affe

Es war einmal eine Papageiin, die deprimiert und voller Schuldgefühle im Urwald auf dem Ast eines Baumes saß: Sie hatte zwar ein herrliches grün-rotes Federkleid, doch es war ganz grau vor Staub. Die Papageiin freute sich nicht mehr über den Gesang der anderen Vögel, die Sonne schien ihr zu grell und die Wolken, die sie früher geliebt hatte, kamen ihr auf einmal bedrohlich vor.

Da kam der Affe Sen und fragte: „Papageiin, was ist mit dir los?“
Die Papageiin zögerte, seufzte dann und antwortete: „Du weißt, wir Papageien mit dem grün-roten Federkleid legen sehr selten Eier. Und wenn wir es tun, legen wir immer nur ein Ei auf einmal. Gestern nun war ich nervös und hatte Angst vor der Zukunft und in meiner Nervosität stieß ich mein Ei aus dem Nest und es zerbrach. Nun bin ich nicht nur traurig, sondern ich fühle mich auch schuldig, weil ich ja selber schuld daran bin.“
„Das kann ich verstehen“, meinte der Affe nachdenklich. Er war nachdenklich geworden, weil die Papageiin einen Moment lang den Schnabel so komisch verzogen hatte, als würde sie lächeln, vielleicht, weil sie sich die Arbeit der Aufzucht des Nachwuchses erspart hatte. Die ist bei den Papageien nämlich sehr langwierig und mühsam.

„Du dummer Affe, wie willst du das verstehen?“ fragte die Papageiin. „Erstens legen Affen keine Eier, sondern bringen lebendige Junge zur Welt, zweitens bist du ein Mann und kannst gar nicht nachfühlen, wie eine Frau sich da fühlt und drittens steht ihr Affen auf einer ganz anderen Entwicklungsstufe als wir Vögel.“
“Das stimmt!“ meinte der Affe. „Natürlich sehe ich das von einem ganz anderen Gesichtspunkt als du. Aber vielleicht kann ich dir gerade deshalb helfen. Wenn du willst erzähle ich dir eine Geschichte von Tieren, die noch auf einer anderen Entwicklungsstufe stehen als wir Affen. Diese Tiere nennen sich Menschen.“
„Oh ja, bitte erzähle“, bat die Papageiin.
 Der Affe Senn begann:
„Es war einmal eine alte Frau. Sie lief mit einem großen und schweren Korb auf dem Rücken durch die Welt und klagte, dass sie so schwer zu tragen habe. In dem Korb befand sich ihre Vergangenheit: nämlich die Wiege, in der sie nach der Geburt gelegen hatte, eine Locke von ihrem einst so schönen Haar, die Rute, mit der ihre Mutter sie geschlagen hatte, die Scherben des Kruges, den sie zerbrochen hatte, die Schiefertafeln aus ihrer Schulzeit, eine vertrocknete Blume vom Grab ihrer früh verstorbenen Tochter und vieles andere.

Da kam die Fee Hayda des Weges, hörte die Alte klagen und stöhnen und riet ihr deshalb, die schwere Last doch abzusetzen. „Seine Vergangenheit kann man nicht einfach wegtun, was geschehen ist, ist geschehen“, jammerte die Alte. „Und außerdem: ohne meine Vergangenheit wäre ich ja gar nicht mehr ich selber! Und so lange ich den Korb auf dem Rücken spüre, fühle ich mich wenigstens.“ Hier schien es der Fee Hayda, als hätte die Alte für einen Moment ein merkwürdiges Lachen auf den Lippen, während ihr gleichzeitig die Tränen über das Gesicht liefen.
Die Fee Hayda dachte nach und sagte dann: „Wenn du willst, werde ich dir einen Zauberspruch verraten und du kannst den Korb absetzen, denn niemand außer dir selbst kann an den Korb, nachdem du den Spruch gesagt hast. Natürlich, wenn du an den Korb willst, musst du dich auf den Weg dahin machen. Doch weil du nichts mehr zu tragen hast, wird dir der Weg Vergnügen bereiten und wenn du achtgibst, kannst du dich auch beim Atmen spüren.“ Nachdem die Alte gesagt hatte, dass sie den Spruch gerne hören wollte, flüsterte ihr die Fee den Zauberspruch ins Ohr:
„Weine, wenn du traurig bist,
lache, wenn du fröhlich bis, 
schreie, wenn du wütend bist,
handle, wenn du Angst hast,
dann bist du frei: Tassilomao!

Die Alte hatte viele Zweifel und der Gedanke, den Korb so viele Jahre nutzlos mit sich herumgetragen zu haben, war ihr schrecklich. Dann aber sagte sie sich: „Warum weiter leiden, nur weil ich so lange gelitten habe?“ Und sie entschied sich und setzte den Korb neben den Weg und sprach so laut sie konnte den Zauberspruch:
„Weine, wenn du traurig bist,
lache, wenn du fröhlich bist,
schreie, wenn du wütend bist,
handle, wenn du Angst hast,
dann bist du frei: Tassilomakko!“
Und obwohl sie das magische Wort falsch ausgesprochen hatte, konnte sie mit den neuen Augen, die der Zauberspruch ihr gegeben hatte, sehen, wie sich eine unsichtbare Glocke über dem Korb aufbaute und ihn damit für alle Lebewesen unerreichbar machte. Nur sie selbst konnte immer an den Korb. Und seit vielen Jahren richtete sie sich zum ersten Mal wieder gerade auf und atmete tief. Ja, seitdem läuft sie nicht mehr mit einem gebeugten Rücken durch die Welt.“

Die Papageiin hatte aufmerksam zugehört und den Kopf dabei geneigt, wie das die Papageien tun, wenn sie aufmerksam sind. Jetzt richtete sie den Kopf auf und fragte: „Aber wie soll ich denn mit meinem Problem fertig werden?“
Der Affe erwiderte: „Dein Ei ist zerbrochen, du wirst es nie mehr ausbrüten. Dieses Junge kannst du nicht haben, wirst nie die Lust erleben, wenn sich dieses Junge an dich kuschelt, wenn es singen und pfeifen lernt. Du wirst die Angst nicht haben, wenn es beginnt zu fliegen. Und du wirst den Ärger nicht haben, wenn es den Schnabel nicht voll genug bekommt und das Nest beschmutzt.
Das mit deinem Ei war gestern, ist Vergangenheit. Behalte diese Vergangenheit so, wie die Alte ihren Korb behielt und lege sie neben deine Seele, so wie die Alte den Korb neben den Weg stellte. Dein Ei zerbrach gestern“, und jetzt warf er seine langen Arme in die Luft und rief: „ Und heute ist ein neuer Tag: der erste Tag vom Rest deines Lebens!“
Dann schwang sich der Affe Sen von Ast zu Ast, bis er aus dem Blickfeld der Papageiin verschwunden war. Die murmelte noch eine Weile vor sich hin: „Hm, hm, heute ist ein neuer Tag, der erste Tag vom Rest meines Lebens?“ Und auf einmal begann sie zu weinen und zu lachen und zu kreischen.

Die Tiere, die später gesehen haben, haben mir erzählt, dass sie nicht nur wieder kreischt und pfeift und singt, sondern auch mehrmals am Tage heftig mit den Flügeln schlägt, so dass der graue Staub nur so davonfliegt und sie wieder ihr schönes grün-rotes Federkleid hat.